← Year One

“Ladies. Gentlemen. You have eaten well.”

Frank Miller/David Mazzucchelli, 1987– Frank Miller legt das Fundament, auf das bis heute gebaut wird. Year One ist recht schnell erzählt, die Geschichte bleibt unter 100 Seiten. Im Gegensatz zu The Dark Knight Returns zeichnet Miller in Year One ein zutiefst menschliches Bild von Bruce Wayne – Batmans Mythos ist noch weit entfernt. Im Grunde betreibt Miller die komplette Dekonstruktion von Batman. Er nimmt ihn aus der Position des Superhelden heraus und portraitiert Bruce Wayne als einen Menschen. Noch nicht einmal ansatzweise sehen wir die Figur, auf deren Schultern das Schicksal einer ganzen Stadt lasten wird, ja sogar des ganzen Universums. Bruce Wayne zweifelt. Er sucht sich und seinen Zweck. Die Herangehensweise an den Menschen Bruce Wayne eröffnet Miller die Möglichkeit, die Figur neu aufzubauen. Die Einzelheiten zu Batmans Beginn bleiben weitestgehend verborgen, Bruce Waynes Wandlung zum Dunklen Ritter schildert Miller in wenigen, aber bedeutenden Momenten. Diese Momente werden in der Zukunft immer wieder zitiert und sogar modifiziert, im Kern aber nicht eliminiert werden. So bleibt Year One ein abstraktes Werk und ein Bauplan für Batman, was auf Einsteiger durchaus sperrig wirken kann. Mazzucchellis Illustrationen sind zurückhaltend und vermeiden Übertreibungen. Sie gehen Hand in Hand mit der Erzählung. Bei den Panels gibt es keine Experimente. Große Ereignisse bekommen große Panels, überdies ist die Anordnung konservativ. Miller erfindet Batman nicht neu. Er zerlegt ihn, baut ihn neu auf und tut nichts Geringeres als den Ton zu setzen, dessen Klang noch 25 Jahre später zu hören ist.