← Venom

“Then he remembers what he became.”

Dennis O’Neil/Trevor Von Eeden, Russell Braun, José Luis García-López, 1991– Die Idee von Venom ist ebenso die Idee von Batman. Als Superheld ohne Superkräfte sind ihm Grenzen gesetzt, und sei es durch etwas Banales wie das Gewicht eines Gegenstandes. Die Grenze führt zum Verlust eines Menschenlebens, doch das ist etwas, was Batman niemals akzeptieren wird. Das Venom, die Superdroge, wird verführerisch und ergreift Besitz vom Dunklen Ritter. So großartig die Idee ist, so schlecht ist ihre Umsetzung. Batmans Griff zum Venom geschieht zu schnell und wird dem sonst so gefestigten Verstand der Figur nicht gerecht. Batman, der sich vermutlich sogar einen Plan für das Öffnen des Frühstückseis zurecht legt, vergeudet keine Sekunde für einen Gedanken an die Konsequenzen, und das ist einfach nicht glaubwürdig. Was folgt ist eine Actiongeschichte ohne die Tiefe, die die Idee eingangs mit sich brachte. Die Geschichte ist gut illustriert und verwendet stimmige Farbpaletten. Ein Glanzlicht ist Batmans hervorragend gezeichneter Entzug. Die in Venom verwendete Schriftart ist hingegen eine Katastrophe, und insgesamt bietet das Werk verschenktes Potential. Was als interessantes Drama beginnt, mündet in austauschbarer Action, die einen so großen Raum einnimmt, dass sie alles unter sich begräbt.