← Under the Red Hood

“Bruce, I forgive you for not saving me.”

Judd Winick, Jim Starlin/Doug Mahnke, Matt Wagner, Paul Lee, Julianne Aparo, 2005-2006– Jasons Rückkehr. Das weiß der Leser schon vorher, und deswegen tun Winick und Starlin gut daran, nicht die Enthüllung von Red Hoods Identität in den Fokus zu rücken, sondern wie die Figuren damit umgehen. Und das ist außerordentlich gut gelungen. Nachdem Batman Red Hoods Verhalten beobachtet hat, verspürt er eine Unruhe, die sich buchstäblich auf den Leser überträgt. Er fühlt, dass die Vergangenheit ihn einholt. Batman weiß schnell, dass Jason zurück ist. Aber er spricht es nicht aus, er will es nicht wahr haben. Bis zur ausdrücklichen Enthüllung der Identität werden nur wenige Andeutungen gemacht, die offensichtlichste ist wohl ein Kampf mit dem Joker, der durch eine schnelle Abfolge von Schlägen mit einer Brechstange gekennzeichnet ist. Batman wird in diesem Band relativ alt porträtiert. Es erfolgt durch Mimik und Gestik und Gedanken an die Vergangenheit, an Jason und an Dick. Es gibt Szenen, in denen sich Batman regelrecht in Nostalgie verliert. Batman will nicht gegen Jason kämpfen. Er will ihm helfen, aber stößt auf Granit. Der Konflikt zwischen Batman und Jason handelt nicht davon, dass Batman ihn nicht vor dem Joker gerettet hat, sondern dass Batman den Joker im Anschluss nicht getötet hat. Hier liegt die Wurzel des Übels. Under the Red Hood ist unterhaltsam und filmreif. Während des Lesens merkt man kaum, wie unzufriedenstellend der gesamte Komplex von Jasons Rückkehr eigentlich ist.

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