← The Killing Joke

“Both of us. To the death.”

Alan Moore/Brian Bollard, 1988– Alan Moore bietet in weniger als 50 Seiten ein echtes Schwergewicht an Geschichte und durch die Lähmung von Barbara Gordon ein Großereignis in der Batman-Kontinuität. Das gelähmte Batgirl wird später zur Informationsvermittlerin Oracle. Noch gewichtiger ist allerdings, dass der Joker eine Herkunft bekommt. Hierbei vollbringt Moore das Kunststück, dem Joker nicht das Mysterium zu nehmen, das er gerade durch seine unbekannte Herkunft besitzt. Moore zeigt uns, dass der Joker und Batman beide das Resultat eines einzigen schlimmen Tages sind und sich näher stehen, als es ihre Taten vermuten lassen. Der Joker ist das Spiegelbild zu Batman. Er ist das Chaos, Batman die Ordnung. Sie brauchen einander und die Geschichte legt uns nahe, dass sie zwei verlorene Seelen sind, die auf alle Ewigkeit gegeneinander kämpfen. Bollards Zeichnungen sind lebendig. Es lohnt sich, zur nachkolorierten Deluxe Edition zu greifen, die die Rückblenden in schönem Sepia zeigt. Die Anordnung der Panels kennt man aus Alan Moores Watchmen. Sie halten sich an ein strenges Raster. 3×3, 2×3 oder 2×2+1, die Seiten sind stets gedrittelt. Ich bin ziemlich begeistert, wie logisch und einfach das zu lesen ist. The Killing Joke benötigt keine Tricks oder Wendungen. Und das macht es zum Lesevergnügen. The Killing Joke wirkt niemals bemüht und gibt nicht mehr vor als es ist. Es ist so geschrieben, dass auch Einsteiger damit mühelos zurecht kommen. So sollte es eines der ersten Bücher sein, die man liest.