Death of the Family

“And when the Joker comes for you, he’s going for everything you love.”

Scott Snyder, James Tynion IV/Greg Capullo, Jock, 2012-2013– Kaum ein anderes Buch, herkömmliche Belletristik eingeschlossen, hat mir so viel Furcht und Schrecken bereitet. Snyder lässt gleich beim ersten Auftritt die dämonische Kraft des Jokers spürbar werden. Die Atmosphäre ist bitter, brutal, der Joker ist gnadenlos. Er ist das Chaos, das Böse, der Tod, und mir graute es vor jeder nächsten Tat. Das Aufeinandertreffen mit Batman ist größtes Kino. Snyder kann hierbei die Geschichte der beiden mit neuen Elementen verknüpfen und reichert diese mit einer grässlichen Romantik an, dass der Joker und Batman einander als Seelenpartner brauchen. In der Tat kann niemand den Joker so gut verstehen wie Batman, was im Laufe der Geschichte weiter ausgeführt wird. Das Tragische daran ist jedoch, dass der Joker die zersetzende Kraft innerhalb der ohnehin angespannten Familie ist. Und wäre diese Erzählung nicht schon großartig genug, findet Snyder sogar noch Zeit, um Batmans Verhältnis zu Alfred tiefer zu ergründen und mit neuen Komponenten zu versehen. Jedes Kapitel besitzt ein gutes Erzähltempo und geht herausragend mit der Verwendung der Panels um. Statt eines großen Knalls bleibt nachwirkender Schrecken. Capullos Zeichnungen tragen abermals unersetzbar zur Atmosphäre bei. Sie sind finster und rau und die für jeden Schauplatz eigens gewählten Farbpaletten dreckig. Das Ende des Buches ist hart und führt zum Tod der Familie.

The Black Mirror

“My name is Dick Grayson. I am Gotham City’s Batman.”

Scott Snyder/Jock, Francesco Francavilla, 2011– The Black Mirror ist der Beginn der Ära Snyder und wird bereits als Klassiker bezeichnet. Tatsächlich weist The Black Mirror zahlreiche Gemeinsamkeiten mit dem Klassiker, mit Year One auf. Es handelt von Geschichten über die Figur, die hinter der Maske steht, über die Gordons und über Gotham City. Die Figuren reden viel über Gotham City. Sie charakterisieren die Stadt, so dass die Stadt selbst zu einer Figur wird. In Gotham schlägt ein dunkles Herz und davon wurde selten so überzeugend und so reich erzählt wie in The Black Mirror. The Black Mirror strotzt nur so von Anspielungen. Und anders als in Life After Death fügen sie sich in The Black Mirror nahtlos in die Erzählung ein und bereichern sie. Genau so nahtlos sind Snyders Dialoge, die sich natürlich und lebendig lesen. Während die Geschichten über Dick Grayson von Jock illustriert wurden, wurden die über die Gordons von Francesco Francavilla gezeichnet. Im direkten Wechsel sind Unterschiede zu erkennen, stilistisch liegen sie aber auf einer Wellenlänge und fügen sich zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen. Überaus gelungen ist die Anordnung der Panels, insbesondere beim Umblättern der Seiten. The Black Mirror ist ein ausgezeichnetes Buch. Nach dem metaphysischen Hokus-Pokus stellt The Black Mirror eine gelungene Neuausrichtung dar.