← Life After Death

“You really screwed up this time, Grayson.”

Tony S. Daniel, 2009-2010– Life After Death hat Licht und Schatten. Mit der Schilderung der Beziehungen kann Life After Death ordentlich Punkte einfahren. Dick muss sich mit Damian, Selina, Huntress und Oracle auseinander setzen und verfügt dabei noch über eigene Probleme. Daniel gelingt es ausgesprochen gut, die Last zu vermitteln, die auf Dicks Schultern liegt. Die Geschichte ist weniger zufriedenstellend. Die Identität des Bösewichts ist schnell ausgemacht, und viel zu bemüht wirken Daniels Ambitionen, Referenzen aus der Kontinuität zu ziehen. Es wirkt so, als müsse Daniel es dem Leser beweisen, dass er sich mit der Historie der Serie befasst hat. Daniel lässt Life After Death mit einem Knalleffekt enden – nämlich mit der Einführung einer neuen Figur. Das wirkt sehr kalkuliert – zu gewollt, Life After Death in den großen Kanon einzubringen. Die Einführung der Figur wirkt nicht organisch, also nicht aus der Kraft der Geschichte heraus. Daniel, der seine Geschichten selbst zeichnet, ist ein besserer Zeichner als Autor. Seine Zeichnungen gehören zu den besten, die mir in der Serie untergekommen sind. Sie sind modern und haben eine filmische Qualität. Mit seitengroßen Panels macht Daniel deutlich, dass Batman auch nach dem Tod und der Neubesetzung nichts von seinem Ikonenstatus verloren hat. Die Mimiken der Figuren sind sauber gezeichnet, so dass man über den Text hinaus in den Gesichtern der Figuren weiter lesen kann. Die verwendeten Farbpaletten sind breit gefächert und stimmig. Trotz der Schwächen empfehlenswert.